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Di 22.10.
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Mi 23.10.
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Do 24.10.
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Písek - Sehenswürdigkeiten

Stadtspaziergang

Putimer Tor

Durch die Straße Podskalí begeben wir uns nun zurück zur Stadtmauer und biegen an der Bastion in die Fráňa-Šrámek-Straße ein. Wir überqueren den Befestigungsgraben und gelangen an jenen Ort, an dem bis 1836 das Putimer Tor stand. Diese heute leider nicht mehr existierende Píseker Sehenswürdigkeit erlangte durch ein bekanntes Volkslied Berühmtheit.

Im Volkslied über das Putimer Tor singt ein Student von „zwei Mädchen“, die ihm nachsahen. Nur ganz wenige wissen, dass die zwei Mädchen in der Nähe des Putimer Tors bis heute zu sehen sind. Es handelt sich dabei jedoch (leider) nicht um lebendige Wesen, sondern um steinerne Reliefs zweier Mädchenhäupter an der Wand des Hauses bei den steinernen Stufen. Sie sind jüngeren Datums als das Lied, woraus zu folgern ist, dass der unbekannte Steinmetz vom Autor des volkstümlichen Lieds inspiriert wurde und nicht etwa umgekehrt...

Das Objekt befand sich zwischen den Häusern Nr. 131 und 132 und war eines von drei Stadttoren (die beiden anderen wurden Prager bzw. Unteres und Budweiser Tor genannt). Das Putimer Tor wurde als erstes niedergerissen, da die niedrige Tordurchfahrt den Stadtverkehr komplizierte.

Haus Zu den Kugeln

Beim Abriss wurden mehrere Kanonenkugeln aus Beschuss- und Belagerungszeiten entdeckt. Die Kugeln wurden in die Fassade eines benachbarten Hauses eingearbeitet, das dank dessen die Bezeichnung Zu den Kugeln (U Koulí) erhielt. Dieses Haus, in dem heute die nach Otakar Ševčík benannte Grundschule für Künste untergebracht ist (ein Denkmal des Geigers befindet sich auf dem zum Haus gehörigen Hof), ist dank seiner reichen literarischen Geschichte bemerkenswert, denn für kurze Zeit wohnte hier, noch als Student, der Schriftsteller Josef Holeček, außerdem der Dichter Adolf Heyduk und der Dichter und Schriftsteller Fráňa Šrámek verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. An der Fassade des Hauses Zu den Kugeln (U Koulí) wurden vor kurzem wertvolle Renaissance-Sgraffiti entdeckt und restauriert.

Hauszeichen

In der Fráňa-Šrámek-Straße biegen wir rechts in die Straße Drlíčov ein, die uns zur Dominante der Stadt, der Dechaneikirche Mariä Geburt, führt. Unterwegs treffen wir noch auf die mit den Stadtwappen von fünf Städten des Gebiets Prácheň geschmückte und deshalb bemerkenswerte Fassade des Bürgerhauses Zu den Silberdinaren (U Stříbrných denárů): Es sind die Wappen der Städte Strakonice, Blatná, Písek, Vodňany und Sušice. Zu der aus dem Jahre 1940 stammenden Ausschmückung gehören auch ein Panorama von Písek sowie ein einfacher Stadtplan. Etwas näher an der Kirche steht das Haus Zum Weißen Schafbock (U Bílého beránka), benannt nach dem schönen Hauszeichen an seiner Barockfassade.

In Písek befindet sich noch eine Vielzahl weiterer Häuser mit interessanten Hauszeichen. Diese stammen aus einer Zeit, in der die Häuser noch nicht mit Hausnummern gekennzeichnet wurden (vor 1770), sondern mit den Namen ihrer Inhaber oder gerade eben durch Hauszeichen. Zu den schönsten und interessantesten gehört das Hauszeichen in Form eines Segelschiffs (Haus Zum Goldenen Schiff (U Zlaté lodi), das wir bereits bei der Besichtigung des Platzes sehen konnten) oder das Relief eines Elefanten (Haus Zum Elefanten (U Slona) gegenüber der alten Brücke).