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Písek - Sehenswürdigkeiten

Stadtspaziergang

Steinbrücke

Písek - Steinbrücke wurde im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1348, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Jetzt befinden wir uns bereits an der Otava und stehen vor der bekanntesten und bedeutendsten Sehenswürdigkeit von Písek, der Steinernen Brücke. Der Großbuchstabe „S“ im ersten Wort ist kein Irrtum, denn die Brücke trägt seit 2007 offiziell den Namen Steinerne. Errichtet wurde sie noch vor Ende des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich in dessen dritten Viertel. Dank dessen ist sie die älteste Brücke der Tschechischen Republik (älter als die Prager Karlsbrücke) und offensichtlich die zweitälteste Brücke Mitteleuropas (älter ist lediglich die in den Jahren 1135-1146 errichtete Steinerne Brücke im bayerischen Regensburg). Einst stellte sie ein wichtiges Kommunikationselement des Gold- und Salzpfades dar, der in Písek die Otava überquerte.

Písek - The Stone Bridge in Písek is commonly called old, but it received the name Stag Deer, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das 110 m lange und 6,25 m breite Bauwerk, den Eindruck einer „kleinen“ Karlsbrücke hervorrufend, besteht aus sieben Bögen. Sechs davon stammen aus der Bauzeiten der Brücke, der siebente, 1768 hinzugefügte Bogen ist etwa doppelt so breit und diente der Durchfahrt von Flößen. Die sechs Brückenpfeiler wurden von den mittelalterlichen Baumeistern im Trockenen errichtet, in sog. Baubecken, indem um den Bauplatz Schutzdämme errichtet und der Fluss in ein Nebenbett umgeleitet wurde. Bedauerlicherweise sind die zwei beidseits den Zugang zur Brücke schützenden Brückentürme nicht bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Der erste von ihnen fiel dem großen Hochwasser von 1768 zum Opfer (zusammen mit dem Turm soll auch der Ausrufer in den Wellen verschwunden sein), der zweite konnte den wachsenden Verkehrsanforderungen nicht mehr gerecht werden und wurde 1825 erbarmungslos niedergerissen.

Písek - die Südseite der Steinernen Brücke ziert die Statue der Hl. Anna Selbstdritt aus dem Jahr 1770, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Bemerkenswert ist der bildhauerische Schmuck des Turms, bestehend aus mehreren barocken Statuengruppen bzw. deren Repliken, – die Sandsteinoriginale können im Museum Prácheň besichtigt werden. Im Laufe ihres Bestehens war die Brücke mehrere Male Hochwasserattacken ausgesetzt, so z. B. 1432 oder 1768. Die wohl schwerste Prüfung überstand sie während des sog. Jahrtausendhochwassers im Jahre 2002, als der Wasserspiegel der Otava so hoch stand, dass das steinerne Geländer mitgerissen wurde. Die Brücke selbst hielt jedoch dem fünfzig Mal höheren Wasserdurchfluss (als unter normalen Gegebenheiten) stand.

Linker Otava-Ufer

Von der Brücke in Richtung des Flusslaufs blickend sehen wir an dessen linkem Ufer einen auffälligen Komplex verschiedenfarbiger moderner Häuser. Sie sind das aus dem Jahre 1999 stammende originelle Werk des Architekten Tomáš Trávníček. Anfangs rief das ungewöhnliche Projekt in Öffentlichkeit und Fachwelt geteilte Meinungen hervor, später jedoch wurde die Píseker „Titanic“, den Eindruck eines langen, schlanken, aufgestockten Schiffs hervorrufend, zu einem unabdingbaren Bestandteil der Silhouette des Otava-Ufers.

Písek - Linker Otava-Ufer, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Gleich hinter der Steinernen Brücke begeben wir uns nach links und nehmen flussaufwärts den neuen Fuß- und Radweg. Dabei eröffnen sich uns schöne Ausblicke auf die Pfeiler und Bögen der Brücke hinter uns, auf den Flügel der Burg bzw. das Museum Prácheň am gegenüberliegenden Otava-Ufer sowie auf die benachbarte mächtige Mälzerei mit ihrer so charakteristischen grünstichigen Fassade. Allmählich gelangen wir zu einem gebrochenen Wehr mit Durchlass. Vielleicht war es gerade dieses, das Fráňa Šrámek beim Schreiben eines seiner bekanntesten Romane inspiriert hatte … Am anderen Ende des Wehrs sehen wir ein Wasserkraftwerk.