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Di 22.10.
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Mi 23.10.
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Do 24.10.
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Písek - Sehenswürdigkeiten

Stadtspaziergang

Palacký-Park

Písek - Einer von vielen Píseker Kinderspielplätzen Holzplastik eines Walfischs im Palacký-Park (Palackého sady), Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Durch einen der Durchgänge in den die Straße Heydukova ulice säumenden Häuserblöcken gehen wir in den Palacký-Park (Palackého sady) und kommen so zu jenen Örtlichkeiten, wo in vergangenen Zeiten entlang der Stadtmauern der Verteidigungsgraben und -wall lagen. Nach deren Entfernung wurde der Graben zugeschüttet. In den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand dann dank Josef Schrenk (zwischen 1840 und 1850 Bezirkshauptmann von Písek) der Stadtpark. Dieser wurde mit einer Vielzahl von Gehölzen und Sträuchern bepflanzt, in seiner Mitte wurde ein Springbrunnen installiert. 1886 wurde das Denkmal des Historikers František Palacký und 1916 das Denkmal eines österreichischen Soldaten des 11. Infanterieregiments errichtet. Weitere zwei Denkmäler kamen 1935 hinzu: eines wurde dem Dichter Heyduk, das zweite den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet. Alle Denkmäler ereilten jedoch bewegte Schicksale: F. Palacký musste während der Zeit der deutschen Okkupation verschwinden, kehrte jedoch glücklicherweise 1945 an seinen Platz zurück, ebenso das Denkmal Adolf Heyduks. Die Gedenkstätte der Gefallenen „überlebte“ jedoch die Okkupationszeit nicht, das Denkmal des österreichischen Soldaten wurde 1918 aufgrund der Initialen von Kaiser Franz Joseph I. auf dessen Sockel für immer entfernt.

Im Palacký-Park befinden sich jedoch noch andere interessante Objekte. 1923 entstand der Musikpavillon. Nach der Form seines Dachs, mit der das ursprünglich alleinstehende Podium etwas später überdeckt wurde, wird es zuweilen auch „Muschel“ genannt. Neu rekonstruiert wurde er im Jahre 2006. In den Sommermonaten finden hier stets die verschiedensten Kulturveranstaltungen statt.

An Hauptmann Schrenk erinnert das Kryptogramm im Inneren des Empire-Pavillons aus dem Jahre 1841. In den Anfangsbuchstaben der Aufschrift „Šlechetný Co Hodného Rád, Ejhle Následky, Koná MDCCCXXXXI“ (frei übersetzt: „Edel Was der Würdige Gern, Siehe Folgen, Tut MDCCCXXXXI“) ist der Name des Erschaffers des Parks leicht auszumachen.

Die zweifellos größte Attraktion des Palacký-Parks ist das namhafte Gasthaus U Reinerů (Zu Reiners). Es entstand bereits 1844 und trug damals den Namen U Jasana (Zur Esche). Das Haus hat überraschenderweise auch eine „literarische“ Geschichte - zwanzig Jahre lang lebte hier der Dichter Adolf Heyduk (siehe Persönlichkeiten). 1877 heiratete er sogar Emilie, die um 25 Jahre jüngere Tochter des Gastwirts Reiner.

Von Norden her grenzt der Park an die Straße Tylova ulice. Dahinter, etwa gegenüber des Gasthauses U Reinerů, steht das Fráňa-Šrámek-Theater. Etwa auf Höhe des Schrenk-Pavillons mündet der Park in die Straße Tyršova ulice. Gelangen wir auf unserem Spaziergang bis hierher, sehen wir (wie der Name der Straße bereits erahnen lässt) zum einen eine aus dem Jahre 1896 stammende Turnhalle des Sportvereins Sokol und zum anderen am Ende der Straße ein Neurenaissancegebäude aus dem Jahre 1900. Dieses ließ nach Plänen des Architekten Jan Koula der bereits mehrmals erwähnte Adolf Heyduk errichten. Heute befindet sich im Haus eine Gedenkstätte, in der das Arbeitszimmer, das Speisezimmer und der Gesellschaftssalon des Dichters besichtigt werden können. Alle Zimmer sind mit den ursprünglichen Einrichtungsgegenständen ausgestattet.

Písek - Die Gedenkstätte der in England kämpfenden Flieger auf dem Fügner-Platz (Fügnerovo náměstí), Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Wir kehren in den Park zurück und gehen nach rechts bis wir auf den Fügner-Platz (Fügnerovo náměstí) gelangen. Hier können wir einen Augenblick an der Gedenkstätte der tschechoslowakischen Flieger im Dienste der RAF verweilen. Das für die tschechischen Kriegshelden errichtete Denkmal hat die originelle Form eines zerbrochenen Propellerflügels.