Heiter
So 23.11.
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Wolkig
Sa 24.11.
5/10°
Bedeckt
Mo 25.11.
5/8°

Písek - Sehenswürdigkeiten

Stadtspaziergang

Bachelors (Bakaláře)

Písek - Der „Unterrichtsraum“ auf dem Bachelors (Bakaláře) genannten Platz erinnert daran, dass hier einst eine Schule stand, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Der Platz, auf dem wir uns jetzt befinden, wird Bachelors (Bakaláře) genannt. Die Bezeichnung soll an die Jahre 1565 bis 1853 erinnern, als hier ein Schulgebäude stand, das seit 2009 durch einen aus Granitquadern errichteten stilisierten Unterrichtsraum dargestellt wird. Bevor wir uns zur Kirchenbesichtigung aufmachen, werfen wir noch einen Blick auf ein an einen „verglasten Brunnen“ erinnerndes Objekt. Es birgt einen bemerkenswerten archäologischen Fund – ein aus der Bronzezeit erhalten gebliebenes Hügelgrab. Ebenfalls zu sehen sind Repliken von Gegenständen, die im Grab gefunden wurden.

Dechaneikirche Mariä Geburt

Písek - die Dekanatskirche zur Geburt der Jungfrau Maria gehört zu den ältesten Gebäuden in Písek, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Die Dechaneikirche Mariä Geburt stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Errichtet wurde sie als dreischiffige Pseudobasilika, wobei das Hauptschiff durch ein fünfseitiges Presbyterium abgeschlossen wird. Der Tempel hatte ursprünglich zwei niedrige Türme, die wie der niedrigere Nordturm (beim Anblick von vorn der linke Turm) aussahen. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Südturm jedoch umgebaut und wuchs bis auf seine heutigen 72 Meter an. Der Turm mit einem Originalgebälk aus dem 15. Jahrhundert ist zugänglich und bietet von seinem Umgang aus - in einer Höhe von 42 m - einen wunderbaren Ausblick auf Písek und Umgebung. Ebenfalls interessant ist die erhaltene Miniatur-Behausung des Türmers. Darin ist das Uhrwerk zu sehen, das die Zeiger der Turmuhr auf vier großen, in alle vier Himmelsrichtungen zeigenden Zifferblättern bewegt.

Die Zeiger auf der Turmuhr der Kirche Mariä Geburt zeigen die Zeit umgekehrt an. Die Minuten werden vom kleinen Zeiger angezeigt, die Stunden entgegen aller Gepflogenheiten vom großen Zeiger. Warum man bei der Konstruktion der Uhr zu dieser kuriosen Lösung griff, erklärt Ihnen bei einem Turmbesuch gern der Türmer. Und sicher lässt er Sie noch viel Interessantes mehr wissen.

Der Turm ist mit vier Glocken ausgestattet, die nach dem Hl. Kyrill und Method, dem Hl. Wenzel, der Jungfrau Maria und Meister Jan Hus benannt wurden und 1991-1992 in der bekannten Glockengießerwerkstatt von Marie Tomášková-Dytrychová in Brodek bei Přerov entstanden.

Das gotische Gotteshaus, das Werk einer Bauhütte aus dem Landstrich Písek-Zvíkov (ebenso wie z. B. die Steinerne Brücke und die königliche Burg), wurde im 16. Jahrhundert um die Renaissance-Giebel des Nordschiffs bereichert. Von 1741 bis 1748 entstand die Barockkapelle des Hl. Johannes Nepomuk mit einer Vedute, auf der das Antlitz Píseks in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts festgehalten wurde. Das Interieur der Kirche ist neugotischen Stils, es gibt hier jedoch auch romanische und gotische Wandmalereien mit biblischen Motiven. Bemerkenswert ist das Bild der Madonna auf dem Seitenaltar. Dabei handelt es sich um eine Kopie (das Original wurde 1975 gestohlen) eines wertvollen Tafelbildes aus dem 14. Jahrhundert, das Píseker Madonna genannt wurde.

Erste Denkmal Píseks

Písek - Denkmal wurde zu Ehren der österreichischen Soldaten enthüllt, die 1859 in den heldenhaften Schlachten bei Melegnano und Solferino in Norditalien gefallen waren, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ein Stück weiter, im Park hinter der Kirche, steht das historisch erste Denkmal Píseks. Es wurde zu Ehren der österreichischen Soldaten enthüllt, die 1859 in den heldenhaften Schlachten bei Melegnano und Solferino in Norditalien gefallen waren. Insgesamt 872 Soldaten, die in diesen Schlachten den Tod fanden, waren Angehörige des 11. Infanterieregiments, das in Südböhmen nachrekrutiert worden war. Der Steinerne Löwe, ein Werk des tschechisch-deutschen Bildhauers Emanuel Max (1810-1901), zermalmt auf dem Denkmal in seinen Pranken zwei Schlangen, die die feindlichen Länder Frankreich und Sardinien darstellen sollen.

Mit der Schlacht bei Solferino steht die Entstehung des Internationalen Roten Kreuzes in engem Zusammenhang: Es war die entscheidende Schlacht des zweiten italienischen Unabhängigkeitskrieges (1859-1860). Die verbündeten Truppen Frankreichs und Sardiniens konnten Österreich schlagen, Italien standen die Türen zur Vereinigung offen. Der blutige Kampf inspirierte den Schweizer Jean Henri Dunanto zur Gründung einer Hilfs- und Schutzorganisation für verwundete Soldaten. Bereits vier Jahre später, im Jahre 1863, wurde dann in Genf auch tatsächlich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gegründet. Die Schlacht ging noch aus einem anderen Grund in die Geschichte ein: Kaiser Franz Joseph I. hatte an ihr höchstselbst teilgenommen (was er aufgrund des Erlebten später tunlichst unterließ).